Batterie Hanstholm 1 - 17 cm Kanonenbatterie

Die Nacht war etwas unruhig. Draußen stürmte es und die dänische Flagge knallte wie Schüsse an den Fahnenmast. Trotz der dichten Fenster, pfiff der dänische Nordseewind leise durchs Zimmer.

Es war Donnerstag. Der Schlaf hat und gut getan. Ausgeruht, geduscht und ordentlich gefrühstückt begaben wir uns Richtung Hanstholm und stellten das Auto auf dem Parkplatz vor der 17 cm Batterie Hanstholm 1 ab.

Jetzt war es so weit. Hinter uns brauste die Nordsee und vor uns lagen die vier düsteren Öffnungen der Geschützbunker der 17 cm Kanonen. Über alles ragte der Beobachtungs- und Feuerleitstand der Batterie. Ein alt bekanntes Bild. Seit 1992 hatte sich nichts verändert und seit 2000 erst recht nicht. Trotzdem war es wieder ein unbeschreibbares Gefühl, endlich nach 5 Jahren wieder einmal an diesem Platz zu sein - 1.000 km entfernt von meiner Heimatstadt Halle /Saale.

Die Kanonenbunker liegen vor uns

Auf geht es - Steffen ist schon weg

Der Kanonenbunker - dahinter die Feuerleitung

Vor dem ersten Geschuetz

Ohne lange Überlegungen ging es auch schon los in Richtung Geschützbunker. Der Weg war uns auch noch bekannt, bzw. durch die vielen Besucher so weit niedergetreten, dass er nicht zu verfehlen war. Und schon standen wir vor dem ersten großen Loch, der ersten riesigen Öffnung, die genügend Platz bot, ein großes Geschütz samt Bedienung aufzunehmen. Diese Stellung eroberten wir von Vorn. Die Geschützöffnung ist so hoch, dass wir uns ohne Probleme hineinbegeben konnten.

Die Bodenbefestigung der Kanone Blick aus der Stellung

Eine andere Kanonenstellung betraten wir wie es sich gehörte durch den Eingang. Dieser war auf Grund des Sandes etwas niedriger, aber es gelang auch mir dort unkompliziert hinein zu kommen. Diese Stellung war genau wie die Erste, nur dass wir im Kampfraum die Überreste von den damals markanten, markigen Sprüchen zu Gesicht bekamen. Der eine Teil war zur Unlesbarkeit verstümmelt aber der Andere war, trotz Sprayer und anderer Schmierer, noch gut zu erkennen. Durch die Feuchtigkeit und die intensive Lichteinstrahlung hatten die Wände Moos angesetzt, aber die originale Farbe hat allen Wetterunbilden widerstanden und ist noch gut erkennbar.

Der Hintereingang der Kanone Steffen auf dem Weg zur Kanonenstellung
In der Stellung
Die Rueckwand des Kampfraumes
hier geht hinein

Die Kanonenstellung selber war ansonsten sehr aufgeräumt. Alles was nicht niet- und nagelfest war, war nicht mehr vorhanden. Jedoch das kannten wir ja bereits von unserer ersten Tour 2000.

Weiter ging es. Hinauf zur Feuerleitstellung, die mit ihren Ausmaßen, und der mächtigen Beobachtungsnase weithin über das Gelände sichtbar ist.

Auf der Feuerleitstellung war eine FLAK montiert. Diese Flakstellung besuchten wir als Erstes. Der Blick von hier war bombastisch.  Keine Erhebung weit und breit überragte diese Stellung. Deshalb war sie natürlich auch gut auszumachen. Jedoch nun hinab zur B-Stellung.

Hier ging es durch den normalen Eingang hinein. Auch kleinwüchsige Leute müssten sich hier bücken, denn der Wind und der Treibsand hat hier bereits gute Arbeit geleistet. Aber trotzdem, wir wollten und mussten hinein. Drinnen. Dunkle, leere Räume empfingen uns. Wir durchquerten sie, das Licht meiner neuesten Errungenschaft, einer LED Stirnlampe, war mir hier sehr nützlich. Ich hatte meine Hände frei und konnte mich dadurch auch besser auf einige Einzelheiten konzentrieren. Komisch, aber wahr.

Von vorn dämmerte es langsam und wir erreichten den visuellen Beobachtungsraum, der Raum unter der extrem dicken Nase. Die Öffnung war zwar wie vieles zugemauert gewesen, aber die Steine wurden fein säuberlich entfernt und wir hatten den herrlichen Blick zur Nordsee frei. Rechts Hanstholm, vor uns die Nordsee und links die Dünen.

Die Betonnase der Feuerleitstellung näher ran
Blik von der Feuerleitung FLAK auf der Beobachtungsstellung
der fast zugewachsene Eingang eine Nahkampfluke
der Beobachtungssektor

Wieder draußen. Es ging weiter landeinwärts. Schon machten wir eine weitere Flakstellung aus. Erst einmal obenauf und dann hinein. O.K. die hatten wir nun auch gesehen. Was machen wir nun. Wir stellten fest, dass wir eigentlich 2000 schon alles gesehen hatten und beschlossen die Besichtigung der Stellung Hanstholm 1 hier zu beenden und zurück zum Auto zu gehen. Unterwegs kamen wir noch an einem gesprengten Bunker vorbei und die noch gut zu erkennenden Laufgräben begaben wir uns zum Auto.

FLAK Kanzel
Blick zur Nordsee - davor eine Kanonenstellung Das gut erhaltene Grabensystem
gesprengt und doch nicht kaputt

Auf ging es. Nun wollten wir es Wissen. Wie sieht das neue Museumscenter Hanstholm, die 38 cm Stellung nun, nach 6 Jahren aus. Also los.