Feuerleitstellung Hanstholm

Es war später Abend im August 2000 und wir hatten endlich den zweistöckigen Kommandobunker gefunden. Jetzt war es Mittag im August 2005. Wir wussten, wo sich die Feuerleitung der Batterie Hanstholm befand. Ohne Suche standen wir vor dem Kommandobunker und es war heller Tag - Klasse.

Die Feuerleitstellung, der Kommandobunker, überwuchert von viel Grün. Ein Gestrüpp von Heckenrosen und anderen stachligen Gewächsen hatte ganze Arbeit geleistet. der Bunker war nur noch von einer Seite auszumachen, von der Eingangsseite.

Der Eingang

Eine Betonwand, welche auf der rechten Seite die Türöffnung und einige Lüftungsöffnungen hatte. Davor ein freier Platz, welcher links und rechts eine kleine Begrenzungsmauer hat, sowie ein leicht betonierter Boden. So zeigte sich der Eingang der Feuerleitung.

Taschenlampen und Videokamera waren einsatzbereit und wir begaben uns in das Innere des Bunkers. Zuerst war es nur dämmrig und wir konnten einige Türen und den vergitterten Treppenabgang ausmachen. Aber sobald wir den Eingangsbereich verließen, der durch eine zweiflüglige Panzertür gesichert war,  wurde es immer dunkler. Zum Glück hatten wir unsere Bunkerausrüstung dabei. Steffens und meine Beleuchtungstechnik, - Stirn-LED-lampen, LED Strahler und normale Halogentaschenlampen - taten ihren Dienst. Im Vergleich zu 2000 hatte sich unsere Beleuchtungstechnik wesentlich verbessert. Besonders die hochleistungs- LED-  Strahler verbreiten ein angenehmes helles Licht, leider reichen sie noch nicht für weiter entfernte Ziele aus. Im Nahbereich bis ca. 5 m bringen sie aber ein super Licht unter geringem Verbrauch an Batteriestrom. Tolle Neuerung.

Zurück zum Feuerleitbunker. Zuerst eroberten wir den oberen Bereich des Bunkers, gerade zu  - der Lageraum, der größte Raum der Bunkers. In der Mitte des Lageraums waren Kabinen abgetrennt, die kleine Luken zum Lageraum hatten. Wir vermuten, das das Telefonkabinen waren (Informationszentrum). Hier wurden die Meldungen durch Telefonisten oder/und Funker entgegengenommen, protokolliert und die Informationen zum Lageraum durch die kleinen Luken weitergegeben. Im Lageraum, der vollständig leer geräumt war wurden dann auf großen Landkarten die jeweiligen Informationen ausgewertet. Hier vermuten wir weiterhin, dass schwere Rechentechnik aufgestellt war um schnellstmöglich die notwendigen Schussdaten für die Batterie zu ermitteln. Im Boden des Lageraumes sind Vertiefungen eingelassen, die von dem vermutlichen Standort der Rechentechnik herrühren. Der Lageraum selber war durch eine zweiflüglige Stahltür zu erreichen, welche sich in unmittelbarer Sichtweite des Bunkereinganges befindet.

Weiter ging einige Treppenstufen nach Oben. Es wurde auf einmal hell. Über dem Lageraum war eine Stahlkuppel mit einem Entfernungsmesser angebracht gewesen. Die Stahlkuppel mit den verschließbaren Sehschlitzen ist noch vorhanden. Erstaunlicherweise, denn ansonsten wurden fast alle Stahlteile durch Schrotthändler entfernt und zu Geld gemacht. Der Entfernungsmesser selber war leider nicht mehr an Ort und Stelle. Dort, wo er die Panzerkuppel verließ ist heute ein großes Loch, durch das die Sonne schien. Genau unter dem Loch in de Panzerkuppel befindet sich ein großes Loch im Boden des Bunkers. Hier war der Entfernungsmesser mit dem unteren Bereich des Bunkers verbunden - heute große UNFALLGEFAHR - .

Die zweiflueglige Eingangstuer des Bunkers Versorgungsraum im Eingangsbereich
Lueftungsluke Blick zum Ausgang
Leitung - hier sieht man gut das die Waende verkleidet waren Der Raum ueber dem Lagerzentrum - der Entfernungsmesser

Wieder abwärts in das Lagezentrum, durch die zweiflüglige Stahltür Richtung Ausgang. Diesmal ging es jedoch abwärts in den unteren Bereich des Bunkers. Die Treppe, aus Beton gegossen und durch ein Gitter vor eventuellen Unfällen durch herabstürzen gesichert, führte uns in den unteren Bereich der Feuerleitstellung. Untern angekommen, total Dunkel. Am Ende der Treppe gingen es in die Versorgungs- und Sanitärräume. Toiletten und Duschen waren wiederum mit weißen Fließen versehen. Ansonsten waren keine Einrichtungsgegenstände mehr vorhanden. Die einzelnen Räume waren wiederum mit Stahltüren versehen, an denen noch heute die Nummerierung gut erkennbar ist. An der Decke des Ganges, der wie ein "L" angelegt ist befindet sich noch die Verrohrung der Lüftungstechnik. Im Schnittpunkt der beiden Schenkel des "L's" ist die Treppe nach oben. Neben den Versorgungs- und Sanitärräumen befinden sich weitere Räume , die vermutlich Unterkünfte waren. Diese Räume waren alle mit Heizung und Waschbecken, welche Zuleitungen von Warm- und Kaltwasser hatten, versehen. Die Wände selber waren mit einer Verkleidung versehen, welche man heute noch gut an den Schellen der Leitungssysteme erkennen kann.

Blick Richtung Ausgang - das Gitter ist gut zu sehen Blick zum Ausgang
Treppe nach unten Blick nach unten
der gefliesste Waschraum die gefliesste Toilette
Toiletten Gang unten
Unten - der Gang mit den Tueren und den Lueftungsrohren Abfluss
Lueftungsrohre Lueftungsrohre
Tuer 12 Tur Nr. 4
Mulde - fuer Lichtschalter? zweiflueglige Tuer zum Lagezentrum - oben

Unten hatten wir alles angeschaut. Auch hier gab es nichts Neues zu entdecken. Wieder nach oben. Auch hier befinden sich neben dem Lagezentrum noch weitere Räume, Unterkunfts- und Versorgungsräume. Noch mal einen kurzen Blick in diese geworfen und weiter ging es Richtung Ausgang.

Waschbeckenhalterung der Gang oben - vorn links ist der Ausgang
Der Ausgang

Genug von Hanstholm. Das Wetter war schön und wir wollten weiter nach Vigsö. Also auf ging es.