Bordeaux

Sonntag , 08. Juli 2001

Die Fahrt von Limoges über Cognac nach Bordeaux

 

 

Der Regen, der nachts über uns nieder ging war vorbei, wir haben gut geschlafen und nach einem kleinem Frühstück begaben wir uns gegen 8.30 Uhr wieder auf den Weg um unser erstes richtiges Ziel aufzusuchen - Cognac, die Stadt des bekanntesten Weinbrandes der Welt. Nach gut zwei Stunden Fahrt waren wir dann auch in dieser Stadt des Weinbrandes. Uns umgab sofort ein Duft von gebrannten Weinen, denn der "Anteil der Engel" ist hier sehr hoch. 
Als Erstes besuchten wir die Brennerei "Martell" - die Brennerei, die mir bereits aus zwei vorherigen Besuchen 1997 und 1998 als anschauenswert bekannt war. Aber es war Sonntag. Die Besichtigung begann Sonntags immer erst 13.00 Uhr und es war noch nicht einmal  11.00 Uhr. Für schnelle Entschlüsse sind wir bekannt und so entschieden wir uns unseren Plan für heute umzuwerfen und nach Bordeaux zu fahren. Von Cognac ging es Richtung Saintes und von dort auf die Autobahn.  Unterwegs machten wir noch eine kurze Rast, denn es war Mittagszeit - es gab Brot mit den letzten Pfefferbeißern und weiter ging es nach Bordeaux.
Gegen 11. 45 Uhr gelangten wir in Bordeaux an. Über riesige Brücken ginge auf dem Autobahnring weiter. Welche Abfahrt wir nehmen mussten, hatte ich bereits vorher anhand der Kartenwerke ermittelt, denn die U-Boot-Basis, die wir besuchen wollten braucht bekanntlich einen Zugang zum Wasser, also musste diese auch irgendwo am Fluss liegen. Da die U-Boot-Basen ein markantes aussehen haben, waren sie unschwer auf der Karte zu übersehen.
Wie ich es angenommen hatte war es dann auch. Über die Garonne hinweg, Abfahrt runter - und dann war sie bereits zu sehen. 

Wir stellten unser Auto gegen 12.30 Uhr auf den ausgeschilderten Parkplatz ab und auf ging es die Basis in ihrer ganzen Größe zu sehen. Und so lag sie vor uns mit ihren 11 Becken.

 

Die Basis wird heute als Museum betrieben. Die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten wurde im Auftrag der EU durchgeführt und das Museum öffnete kurz vor unserer Ankunft seine Tore (März 2001). Die Öffnungszeiten waren aber nicht auf unseren Zeitplan abgestimmt, denn das Museum konnte erst ab 14.00 Uhr betreten werden. Also schauten wir uns im Hafengebiet von Bordeaux um. Aus unseren Erfahrungen wussten wir, dass zu solchen riesigen Basen auch noch mehr als nur ein U-Boot Bunker gehört. Innerhalb kurzer Zeit fanden wir auch noch weitere Anlagen. Sie werden heute zum Teil kommerziell genutzt. Andere Bunker stehen verlassen hinter dicken Mauern und sind nicht einsehbar. 


So gelangten wir nach einer halben Stunde auf die andere Seite der Basis, zum Hintertor. Im Inneren des letzten Hafenbecken befindet sich heute eine Produktionsanlage für Sport - Schnellboote. Wir kamen dort leider auch nicht hinein. Vor dem Eingang beschäftigte sich eine junge Familie mit ihrem Auto. Scheinbar waren sie es gewohnt, dass ständig Ausländer kommen um sich die Basis anzuschauen, denn außer ihrer ca. 3 jährigen Tochter beachtete uns niemand.

Die Rückansicht der Basis
Die Basis von hinten

das hintere Einganstor
der hintere Eingang
Das Tor
der hintere Eingang mit Sicherung

Anschließend besuchten wir noch die alten Kais von Bordeaux. Sie sahen sehr verlassen aus und wir konnten uns hier keinen Hafenbetrieb mehr vorstellen.


Nun ging es auf den schnellsten Weg zur Basis zurück. Es war kurz vor 14.00 Uhr und wir konnten es kaum erwarten in das Innere hinein zu kommen.

Kaum angekommen und schon ging es los. Durch ein riesiges Eingangstor gelangten wir über eine Brücke, welche über das erste Hafenbecken führt zur Kasse, wo wir einen geringen Obolus entrichten muss. Der erste Eindruck - es ist ein riesiger Klotz aus Beton und Stahl, irgendwie schauerlich anzuschauen. Hohe graue Wände, teilweise vom Alter geschwärzt, hier und da noch eine deutsche Inschrift - irgendwie doch erdrückend beeindruckend. Zig Tausend m³ Beton vermischt mit tausenden Tonnen Baustahl und den Schweiß vieler zur Arbeit gezwungener Arbeiter war um uns herum, gewaltig? beeindruckend? abstoßend? - anfangs fehlten uns hierzu die richtigen Ausdrücke, die richtigen Worte. Auch heute nach einem Jahr abstand, versuche ich noch die Worte zu finden, die vielleicht dazu passen - ein monumentaler Klotz - aufgebläht ohne jegliche heutige Bedeutung - aber auch interessant aus der Sicht des ehemaligen Offiziers mit Rang Major.

Ab zur Kasse
Über diese Brücke geht es zur Kasse
Über die Brücke zur Kasse
das erste Becken
Inschrift
noch deutlich erkennbare deutsche Inschriften
Inschrift
Bezeichnung

Aber genug der Philosophie, lassen wir uns das Bauwerk weiter durchwandern. Der Eintritt ist entrichtet und es geht durch extrem hohe Gänge entlang der Becken zu den hinteren Bereichen der U-Boot Basis - den Servicebereich. Hier und da sind Bilder von der Entstehung der Basis und vom Arbeiten in Ihr zu sehen. Auch ein Modell eines deutschen U-Bootes ist ausgestellt. Der Servicebereich - mit seinen vielen Räumlichkeiten ist heute Ausstellung für Kunstwerke, die irgendwie mit dem Meer zusammenhängen. Kann man sich mal ansehen wenn man in den Räumlichkeiten ist, muss man jedoch nicht. Es ist zwar nett anzuschauen, aber deshalb haben wir ja nicht die lange Strecke von Halle zurückgelegt.

Über das erste Becken
nochmals das erste Becken
lange hohe Gänge
lange hohe Gänge
Beton Beton
ein Mittelgang
Es geht kaum noch höher
in den hinteren Bereich zur Ausstellung
Hafenbecken
Bilder aus der Nutzungszeit
U-Boot
U-Boot

Die Ausstellung haben wir hinter uns, vorbei an einer Wand voller alter Bilder gelangen wir in das letzte Becken. Eine interessante Darstellung der Entwicklung des Hochleistungssportbootbaus ist zu sehen. Auch sind einige der hier gebauten und siegreichen Schnellboote ausgestellt.

Super Schnellboot
Ein Sportboot

Aber nun geht es nach vorn, vor zur Öffnung der Hafenbecken mit den großen Schleusen und Pumpen. Ein Teil der Hafenbecken war so ausgelegt, das sie mittels Hochleistungspumpen und dicht schließender Schleusentore binnen 2 bis 3 Stunden zum Trockendock umfunktioniert werden konnten. Die Pumpen sind heute noch zu sehen, die Tore sind jedoch  nicht mehr dicht.

Pumpe
Pumpe
Pumpenkopf
Pumpenkopf
Standort
Standort der Pumpe
Schleusentor
Schleusentor
Eingang
der Eingang mit Torkonstruktion
Torkonstruktion
die Torkonstruktion
ganz vorn
ganz vorn

Weiter ging es nicht - wir mussten wieder in das Innere des Bauwerks.

das Becken
von vorn gesehen
das Becken
zurück in den Bau
zurück zum Ausgang
zurück zum Ausgang

Das Wichtigste der Basis haben wir gesehen - nun ging es zum Ausgang zurück, wieder an der Kasse vorbei, über eine Brücke und schon waren wir wieder im Freien. Für den Anfang unserer "Tour de France 2001" ein Knaller. Auch für mich, denn diese Basis war die letzte der 5 U-Boot Basen am Atlantik, die ich noch nicht gesehen hatte. Alle anderen VIER hatte ich mir in den zurückliegenden Jahren - seit 1997 - bereits angeschaut.

fast draußen
In diesem Bereich sind einige leichte Zerstörungen zu erkennen
nur noch ein paar Schritte zum Ausgang
geschafft

Der Tag war aber noch lange nicht zu Ende. Wenn wir schon in der Region Bordeaux waren, dann aber auch voll durch das bekannteste französische Weinanbaugebiet dem Anbaugebiet "Bordeaux" - und der Halbinsel MEDOC. Natürlich durfte eine zünftige Weinverkostung nicht fehlen. In einem kleinem Chateau konnten wir die Köstlichkeiten der Region verkosten und uns über die doch sehr stolzen Preise erfreuen. Natürlich nahmen wir uns auch etwas Wein zu Erinnerung mit.

Die Tour durch die Medoc nach Saintes
unsere Route durch die Medoc

Weiter ging es zur nördlichsten Spitze der MEDOC - zum Fährhafen  Pointe de Grave. Von hier aus setzten wir dann über die Gironde hinüber nach Royan.
Von der Fähre aus sahen wir dann noch einige Befestigungsanlagen, die die Mündung der Gironde vor möglichen Angriffen schützen sollten.

Die Fähre kommt
die Fähre kommt
Wir verlassen die Medoc
Wir verlassen die MEDOC
Befestigungsanlagen
Befestigungsanlagen
Befestigungsanlagen
Von der Fähre gut erkennbare Bunker
Stellungen
Küstenstellungen
Eine Fähre kommt aus Royan
Eine entgegenkommende Fähre aus Royan
Steffen geht es gut
Steffen erholt sich von den Anstrengungen

Der erste erlebnisreiche Tag fand in einem kleinem Motel am Ortsrand von Saintes sein Ende. Das Zimmer wurde schnell bezogen und dann ging es nach unten ins Freie, den Tag weiter zu genießen. Wir bauten unseren Kocher auf und bereiteten nach bekannter Art und Weise unser Abendessen zu. Es gab Grüne Bohnen Eintopf aus der Dose. Dazu ein gutes kaltes Bierchen aus dem Autokühlschrank, der auch gleichzeitig als Tisch diente. Lange haben wir uns dann nicht mehr über die Erlebnisse des Tages ausgetauscht, denn der nächste Tag sollte wiederum recht anstrengend werden.

Wiederum kein Formel 1 Hotel
Unser Hotel in Saintes
Steffen wertet den Tag vor der Kamera aus.
Oben - im Hintergrund unser Zimmer